Kategorie-Archiv: Online-Shopping

Phishing – Betrugsmail im Namen “Bundeszentralamt für Steuern”

Heute früh erhielt ich eine Email, bei der ich gleich einen Verdacht auf Phishing (Password-fishing durch Mitwirken des Nutzers, der – aufgrund einer Täuschung – seine Zugangsdaten preisgibt) hatte, aber ich war mir nicht ganz sicher. Allerdings waren wieder – wie bei Phishing-Mails so üblich – Rechtschreibfehler und inhaltliche Unstimmigkeiten zu erkennen, die die ganze Sache disqualifizierten:

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Es ist also weiterhin zu beobachten, dass Betrüger mit immer ausgefeilteren Methoden versuchen, an Zugangsdaten von Nutzern zu kommen. Denn auf die Emails mit dem Angebot der Beteiligung an angeblichen Millionenbeträgen gestürzter Diktatoren fällt wahrscheinlich niemand mehr herein.
 
Ich befürchte, dass bei der Email vom “Bundeszentralamt für Steuern” viele Nutzer wegen des angebotenen Geldbetrages ohne weiter nachzudenken ihre Daten preisgegeben haben…
 
Sollten hier Daten herausgegeben worden sein, hilft nichts weiter, also sofort das Konto zu sperren und alle Zugangsdaten auszutauschen! An die Hintermänner wird man wohl kaum herankommen. Wenn erstmal Geld abgebucht wurde, hängt vieles von der Kulanz der Bank ab, inwieweit sie kein Mitverschulden beim Kontoinhaber annimmt.
 

eBay: Verkauft ist verkauft

Schadensersatz für das Deckungsgeschäft, wenn der Verkäufer den Artikel nicht rausgeben will.

Das AG Hannover hatte kürzlich zu entscheiden, ob ein Verkäufer den Kaufvertrag einseitig „widerrufen“ darf, wenn er – wie hier – einen für ihn zu geringen Kaufpreis erzielt hat (AG Hannover, Az. 544 C 13807/10, Urteil vom 17.03.2011).

Es ging um ein aktuelles und unbespieltes Set an Golfschlägern (Wert: € 900), das der Verkäufer angeboten hatte. Der Käufer bekam den Zuschlag für gut € 300, trotzdem versandte der Verkäufer die Ware nicht, sondern stellte sie erneut ein und erzielte einen um € 100,00 höheren Verkaufspreis. Der Käufer setzte Frist zur Übereignung, der Verkäufer erstattet statt dessen den überwiesenen Kaufpreis (Ablehnung der Erfüllung). Der Käufer machte nun den Ersatz seines positiven Interesses geltend, §§ 249, 250 BGB. Danach ist der (erstattete) Kaufpreis von dem Schadensersatzbetrag für die Ersatzware abzuziehen. Der Geschädigte kann aufgrund eines konkreten oder hypothetischen Deckungsgeschäftes abrechnen.

Im gerichtlichen Verfahren wandte der Verkäufer nun ein, das Golfset sei nun (ein Jahr nach der Auktion) ja schon für viel weniger zu haben, so dass der Schaden niedriger sei. Dieses vom Verkäufer vorgelegte angebliche Deckungsgeschäft war aber keines, denn es handelte sich lediglich um ein beliebiges Angebot aus dem Internet, das auch noch nicht einmal die gleichen Golfschläger umfasste! Daher musste der Verkäufer dem Käufer den gesamten Schaden ersetzen.

Auch wenn der Kaufpreis unter dem gewünschten Kaufpreis liegt, wird der Verkäufer dann schadensersatzpflichtig in Höhe eines hypothetischen Deckungsgeschäfts, wenn er sich einseitig nicht an den geschlossenen Vertrag hält. Das kann ganz schön ins Geld gehen!

Online-Shopping im TV – Rechtsanwalt Gröndahl bei zibb (RBB)

Rechtsanwalt Mathis Gröndahl war am 13. Okotober 2011 in der Sendung zibb (Zuhause in Berlin und Brandenburg) im Sender RBB eingeladen, über den Nutzen und die Probleme des Online-Shoppings Auskunft zu geben. Der Ausschnitt ist auf der Webseite des RBB einzusehen:

http://rbb-online.de/zibb/service/recht/aerger_beim_online.html