Archiv für den Monat: April 2012

Phishing – Betrugsmail im Namen “Bundeszentralamt für Steuern”

Heute früh erhielt ich eine Email, bei der ich gleich einen Verdacht auf Phishing (Password-fishing durch Mitwirken des Nutzers, der – aufgrund einer Täuschung – seine Zugangsdaten preisgibt) hatte, aber ich war mir nicht ganz sicher. Allerdings waren wieder – wie bei Phishing-Mails so üblich – Rechtschreibfehler und inhaltliche Unstimmigkeiten zu erkennen, die die ganze Sache disqualifizierten:

Bild
 
Es ist also weiterhin zu beobachten, dass Betrüger mit immer ausgefeilteren Methoden versuchen, an Zugangsdaten von Nutzern zu kommen. Denn auf die Emails mit dem Angebot der Beteiligung an angeblichen Millionenbeträgen gestürzter Diktatoren fällt wahrscheinlich niemand mehr herein.
 
Ich befürchte, dass bei der Email vom “Bundeszentralamt für Steuern” viele Nutzer wegen des angebotenen Geldbetrages ohne weiter nachzudenken ihre Daten preisgegeben haben…
 
Sollten hier Daten herausgegeben worden sein, hilft nichts weiter, also sofort das Konto zu sperren und alle Zugangsdaten auszutauschen! An die Hintermänner wird man wohl kaum herankommen. Wenn erstmal Geld abgebucht wurde, hängt vieles von der Kulanz der Bank ab, inwieweit sie kein Mitverschulden beim Kontoinhaber annimmt.
 

GEMA vs. YouTube – was bedeutet das?

Am Freitag, dem 20. April 2012, hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass YouTube bei Kenntnis einer Rechtsverletzung dafür haftet, dass diese Rechtsverletzung beendet wird. Es ging um zwölf konkrete Videos, die bei YouTube angeboten waren und die YouTube nicht gesperrt hat, obwohl die GEMA als Rechtewahrerin YOuTube dazu aufgefordert hatte.

Hintergrund ist, dass die GEMA für ihre über 64.000 Mitglieder und für zwei Millionen ausländische Berechtigte die Rechte “verwaltet”. Die Künstler übertragen der GEMA die Geltendmachung der Ansprüche auf Vergütung aus der Verwertung ihrer Musikwerke. Die GEMA schließt Verträge mit den Leuten, die Musik nutzen wollen (Radio- und TV-Sender, Internetanbieter, Messeanbieter, CD-Rohling-Produzenten, Hersteller von Aufnahmegeräten und so weiter) und zahlt die Beträge dann an ihre Mitglieder aus.

Das Problem hier war, dass YouTube mit der GEMA nur einen vorläufigen Vertrag hatte, der Ende 2009 ausgelaufen ist. Da sich die beiden für einen neuen Vertrag nicht über die Vergütung einigen konnten, rief die GEMA das Gericht an, um zunächst einmal feststellen zu lassen, dass YouTube haftbar gemacht werden kann für das Anbieten von Videos, an denen GEMA-Mitglieder die Rechte innehaben.

Das hat das Landgericht Hamburg auch festgestellt, wenn auch mit Einschränkungen. YouTube muss nun also Videos sperren, wenn es von der unberechtigten Bereitstellung erfahren hat. Für solche Videos muss YouTube dann auch Sorge tragen, dass die in Zukunft nicht noch einmal angeboten werden. Also hat YouTube doch Prüfpflichten (ähnlich wie eBay), zumindest für bereits festgestellte Verstöße.

YouTube muss allerdings nicht im Vorhinein alle bereits hochgeladenen Videos auf mögliche Verletzung von Rechten prüfen, die von der GEMA verwaltet werden. Nicht einmal die jeden Tag neu hochgeladenen Videos muss YouTube zurzeit auf Rechtsverletzung zu Lasten der GEMA kontrollieren. Theoretisch ist es aber nun möglich, dass die GEMA YouTube darüber in Kenntnis setzt, dass ein Großteil der bei YouTube angebotenen Videos unberechtigt bereitgestellt wird. Das würde zu einer enormen Beschränkung der Videoauswahl bei YouTube führen und bedeutet einen enormen Verwaltungsaufwand für YouTube.

Ziel von YouTube ist es, weiterhin soviele Videos wie möglich anzubieten und dafür so wenig wie nötig zu bezahlen.

Ziel der GEMA ist es keinesfalls, das Anbieten von Videos zu unterbinden, sondern vielmehr, an der Bereitstellung (natürlich nur im Interesses der vertretenen Urheber) mitzuverdienen.

Ziel der Künstler ist es auch, dass ihre Videos gezeigt werden. Sie wollen aber auch daran mitverdienen – letztlich zurecht.

Daher hat das Gerichtsurteil letztlich genau das erreicht, was die GEMA wollte, dass nämlich YouTube nun zum Abschluss eines neuen Vertrages gedrängt wird, um ihr Internet-Angebot aufrecht zu erhalten.

Oder YouTube ändert sich zu einer Plattform ohne kommerzielle Videos. Möglich wäre auch dies, da es auch andere Möglichkeiten für die Nutzer gibt, sich mit Videos zu versorgen.